Phase 3 – Therapie

Umfassende Versorgung:
Unterstützende Therapien bei metastasiertem Brustkrebs

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Die Therapie Ihrer metastasierten Brustkrebserkrankung wird in Ihrem Leben eine zentrale Rolle spielen. Daneben gibt es aber noch weitere Versorgungsmöglichkeiten rund um die Therapie, die wir hier aufzeigen wollen. Zum Beispiel müssen Sie mögliche therapiebedingte Nebenwirkungen nicht einfach so ertragen, sondern können etwas dagegen tun. Falls Sie umfassendere Hilfe benötigen, kommt vielleicht Palliativversorgung für Sie in Frage. Und schlussendlich möchten wir auch klinische Studien erwähnen, in deren Rahmen Sie neuartige Medikamente und bestmögliche medizinische Versorgung erhalten können.

Nebenwirkungsmanagement durch supportive Therapie

Alle derzeitigen Therapieformen können – auch wenn sie schonend und richtig eingesetzt werden – verschiedene, auch therapiespezifische, Nebenwirkungen mit sich bringen. Wie stark die Nebenwirkungen sind, hängt vom jeweiligen Medikament und der Dosierung ab. Während manche Nebenwirkungen nur über einen kurzen Zeitraum auftreten, können andere Sie länger begleiten. Zudem können in manchen Fällen Nebenwirkungen zeitverzögert, also eventuell auch nach mehreren Jahren, auftreten.1 Somit ist es wichtig, dass Sie und Ihre Wegbegleiter*innen, unterstützend zu Ihrem Behandlungsteam, auf körperliche und psychische Veränderungen achten und diese mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin aktiv besprechen.

Zu einer umfassenden Behandlung gehören daher nicht nur Therapien, die sich gegen den Krebs selbst richten, sondern auch solche, die dabei helfen, Nebenwirkungen zu lindern. Viele der Beschwerden, die ganz typisch im Zusammenhang mit Krebsmedikamenten auftreten, lassen sich so vorbeugend behandeln. Dies bezeichnet man als supportive Therapie – also eine Therapie, die Ihre Behandlung unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel: Die Behandlung von krebsbedingten Knochenbeschwerden sowie Maßnahmen, um zum Beispiel Schmerzen, Erschöpfung, Behandlungs- und weitere Tumorfolgen zu behandeln.
Informieren Sie immer Ihre Ärztin/Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen oder Veränderungen bei sich beobachten. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam am besten schon im Vorfeld der Behandlung, auf welche Nebenwirkungen Sie sich einstellen müssen und was man dagegen tun kann. Häufig sind beispielsweise Übelkeit und Erbrechen oder Fatigue, eine chronische Erschöpfung.

Hilfreiche Tipps zum Umgang mit den häufigsten Nebenwirkungen haben wir in verschiedenen Materialien für Sie zusammengestellt, die Sie in unserem Community-Portal finden.

Palliative Therapie bei metastasiertem Brustkrebs

Die Wörter „Palliativ“ oder „Palliation“ sind leider immer noch mit einem gewissen Tabu verbunden: Viele Menschen setzen Palliativmedizin oder palliative Versorgung mit Hospiz gleich, man denkt an einen nahenden Tod. Doch dabei bietet palliative Versorgung vielfältige Möglichkeiten, von denen Patient*innen mit metastasiertem Brustkrebs schon in einem frühen Stadium ihrer Behandlung profitieren können.

Bei der Behandlung von metastasiertem Brustkrebs versteht man unter palliativer Therapie die würdevolle Begleitung von Menschen, die an einer nicht heilbaren Erkrankung leiden. Der Begriff palliativ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „ummantelnd“: Das Ziel ist es dabei, die Lebensqualität in der verbleibenden Zeit möglichst gut zu erhalten oder sogar zu verbessern. Es geht also darum, Ihre Beschwerden zu lindern und Belastungen zu minimieren. Das umfasst, dass Sie pflegerisch, psychosozial und auch spirituell begleitet werden. Dies kann ambulant geschehen – das heißt, das Palliativteam kommt zu Ihnen nach Hause – oder stationär, wenn Ihre Beschwerden so stark sind, dass sie einen Krankenhausaufenthalt nötig machen. Je nachdem, wie Ihre Krankheit verläuft, können Sie das eine oder das andere in Anspruch nehmen, und es steht Ihnen jederzeit frei, die Palliativversorgung zu unterbrechen, wenn es Ihnen besser geht.
Im Gegensatz dazu versteht man unter Hospiz einen Ort, an dem Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung ihre letzte Lebensphase verbringen.

In der palliativen Therapie arbeiten verschiedene Berufsgruppen eng zusammen, um Sie möglichst gut und umfassend unterstützen zu können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Pfleger*innen
  • Ärzt*innen
  • Sozialarbeiter*innen
  • Psychotherapeut*innen
  • Physio- und Ergotherapeut*innen

Ihr behandelndes Team geht auf Ihre persönlichen Bedürfnisse ein und gestaltet die Maßnahmen nach Ihren Wünschen. Ob Sie also konkrete medizinische Hilfe brauchen, Unterstützung beim Umgang mit Nebenwirkungen, oder einfach nur ein offenes Ohr, das Palliativteam ist für Sie da. Welche Möglichkeiten es hier gibt, was Ihnen zusteht und welche Erfahrungen Betroffene gemacht haben, können Sie sich in unserem Community-Portal ansehen.

Bestimmt gibt es auch in Ihrer Region Palliativstationen oder auch ambulante Dienste. Eine Übersicht hierzu finden Sie hier:

www.wegweiser-hospiz-und-palliativmedizin.de
www.krebsinformationsdienst.de

Klinische Studien – Neue Therapien bei metastasiertem Brustkrebs

Klinische Studien werden durchgeführt, um Behandlungen und Untersuchungsarten zu prüfen, sie mit anderen zu vergleichen oder weiter zu verbessern. Sie unterliegen in der Regel strengen Vorgaben dazu, welche Patient*innen aufgenommen werden (Einschlusskriterien) und welche Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen. Dies ist in einem genauen Prüfplan festgehalten. So sollen Einfluss- und Störfaktoren möglichst minimiert werden. Wenn Sie an einer klinischen Studie teilnehmen, können Sie also dazu beitragen, dass andere Patient*innen in Zukunft besser behandelt werden können. Auch als Teilnehmer*in kann man eventuell direkt profitieren: Man bekommt eine Möglichkeit, neue und potenziell vielversprechende Behandlungsoptionen frühzeitig zu testen. Die Teilnahme erfordert dabei aber auch, dass Sie sich an Ihrer Behandlung vermehrt beteiligen und zum Beispiel zusätzliche Untersuchungstermine wahrnehmen müssen.

Eine wissenschaftlich korrekte Studie muss in einem Studienregister eingetragen sein, z. B. auf clinicaltrials.gov oder EudraCT. Überprüfen Sie ggfs., ob die Studie, die Ihnen angeboten wird, dort zu finden ist.

Ob es aktuell eine klinische Studie gibt, die für Sie geeignet ist, klären Sie am besten immer in Absprache mit Ihrem Behandlungsteam.

Register und nicht-interventionelle Studien

In Registern und nicht-interventionellen Studien werden Daten von Patient*innen aufgenommen, die bereits zugelassene Medikamente und Behandlungen erhalten. Diese Daten werden ausgewertet, um daraus neue Schlussfolgerungen abzuleiten.
Ein typisches Ziel ist es, seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu dokumentieren. Zudem können auch Aspekte wie Krankheitszustände, Therapieoptionen, Kosten oder Lebensqualität beleuchtet werden. Dabei liegt oft die Fragestellung zugrunde, ob sich die Ergebnisse klinischer Studien tatsächlich auf den Behandlungsalltag übertragen lassen. Diese systematische Erfassung und Auswertung von Daten kann dazu beitragen, Versorgungsstandards für zukünftige Patient*innen zu verbessern.

Referenzen


  1. Buchtele N, Schellongowski P: Nebenwirkungen nach Immuntherapie in der Hämatologie und Onkologie. Wien. Klin. Wochenschr. Educ 14, 49–63 (2019).

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