Phase 2 – Diagnose

Wie wird metastasierter Brustkrebs diagnostiziert?

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Wenn Sie Symptome haben, die auf Metastasen hindeuten könnten, wie z. B. Knochenschmerzen oder Müdigkeit und Kopfschmerzen ungeklärter Ursache, dann sollten Sie Ihre behandelnden Ärzt*innen an Ihre zurückliegende Brustkrebserkrankung erinnern. Vielleicht denken Ihre Ärzt*innen nicht mehr an den Krebs, da er schon einige Jahre zurückliegt. Manchmal kommt auch im Rahmen einer Nachsorgeuntersuchung ein erster Verdacht auf Metastasen auf.

In diesen Fällen sind die nächsten Schritte weitere Untersuchungen durch verschiedene Fachärzt*innen, zum Beispiel in einem Brustzentrum. Ziel dieser sogenannten Ausbreitungsdiagnostik ist es festzustellen, ob der Krebs tatsächlich gestreut hat. Dabei werden unterschiedliche diagnostische Verfahren angewendet, über die wir Ihnen hier einen Überblick geben möchten.

Bildgebende Verfahren bei metastasiertem Brustkrebs – mehr sehen, mehr wissen1

Verschiedene Arten von bildgebenden Verfahren können bei metastasiertem Brustkrebs zum Einsatz kommen, um mögliche Metastasen gezielt in verschiedenen Regionen des Körpers festzustellen. Welche der unten beschriebenen Verfahren bei Ihnen angewendet werden, entscheidet Ihre Ärztin/Ihr Arzt nach Ihrer individuellen Situation.

  • Ultraschall, auch Sonographie, wird angewendet, um Metastasen in Lymphknoten oder inneren Organen des Bauchraums festzustellen.
  • Röntgenuntersuchungen werden durchgeführt, um zum Beispiel Metastasen in der Lunge sichtbar zu machen. Als etablierte Verfahren zur Diagnostik von metastasiertem Brustkrebs werden computertomographische Untersuchung empfohlen.1
  • Eine Computertomografie, oder kurz CT, basiert auf der Röntgen-Technologie und ermöglicht Aufnahmen des gesamten Körpers, die sich in einzelnen Schichten betrachten lassen. Dieses Verfahren ist besonders gut geeignet, um bereits kleinste Veränderungen zu erkennen.
  • Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) werden mithilfe von Magnetwellen verschiedene Gewebe des Körpers abgebildet. Ähnlich wie die CT eignet sich die MRT zum Aufspüren kleiner Veränderungen in Geweben.
  • Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht es, Stoffwechselvorgänge im Körper darzustellen – und so auch den möglicherweise erhöhten Stoffwechsel von Tumorzellen sichtbar zu machen.
  • Mit einer Skelettszintigrafie können Knochenmetastasen nachgewiesen werden. Hierfür wird ein schwach radioaktives Mittel verabreicht, das sich besonders stark im Tumorgewebe bzw. Metastasen anreichert und diese somit sichtbar macht.

Biopsie bei metastasiertem Brustkrebs1

Eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe unter örtlicher Betäubung, ist wichtig, um sicherzustellen, dass es sich bei dem auffälligen Gewebe überhaupt um eine Metastase handelt. Die Probe wird dann im Labor genau untersucht, um Aufschluss über die Eigenschaften des Tumors geben zu können. Die so gewonnenen Erkenntnisse unterstützen auch die Wahl der individuell geeigneten Therapie.

Da sich die Eigenschaften der Metastasen von der des Ursprungstumors unterscheiden können, ist es oft sinnvoll, von der Metastase eine Probe zu nehmen, auch wenn der Ursprungstumor bereits untersucht wurde. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn die Ersterkrankung schon länger zurückliegt. Eine Biopsie sollte nach Möglichkeit immer durchgeführt werden, doch je nach Zustand der Patient*in und je nach Lokalisation der Metastase ist dies nicht immer möglich. Ob bei Ihnen eine Biopsie durchgeführt werden kann, entscheidet Ihre Ärztin/Ihr Arzt.

Es gibt verschiedene Arten von Biopsien:

  • Bei einer minimalinvasiven ultraschallgesteuerten Stanzbiopsie wird das Gewebe mit einer Hohlnadel entnommen. Minimalinvasiv bedeutet, dass der Einstich bzw. Einschnitt nur sehr klein ist.
  • Die ebenfalls minimalinvasive computergesteuerte Vakuumbiopsie ermöglicht eine sehr genaue Entnahme einer größeren Gewebemenge mithilfe von Unterdruck.
  • Wenn eine minimalinvasive Methode nicht möglich ist, z. B. wenn sich die Metastase an einer schlecht erreichbaren Stelle befindet, wird bei einer offenen Biopsietooltip das Gewebe bei einer Operation entnommen.

Referenzen


  1. AWMF e. V., DKG e. V., DKH: Leitlinienprogramm Onkologie. Patientinnenleitlinie - Metastasierter Brustkrebs. Dezember 2018.

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