Kontakt
onkopilotin@gilead.com
Wir möchten Patient*innen und Wegbegleiter*innen mit der Onkopilotin Orientierung geben und Mut machen. Sie haben noch offene Fragen oder Anmerkungen? Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören und Ihre Fragen zu beantworten.
Home Wegweiser Metastasierter Brustkrebs Diagnose Welche Rolle spielt der Rezeptorstatus bei der Diagnosestellung?
Sie haben einen Link ausgewählt, der Sie auf eine nicht von Gilead Sciences GmbH betriebene Website führt. Klicken Sie auf „Abbrechen“, um auf dieser Seite zu verbleiben, oder auf „Weiter“, um auf die neue Seite zu gelangen. Für den Inhalt der verlinkten Website ist ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Phase 2 – Diagnose
Metastasierten Brustkrebs gezielt behandeln: Biopsien und Tumormarker zeigen, wie die Metastasen wachsen, welche Tumortypen vorliegen und ob sie genetisch verändert sind. Hier erklären wir Begriffe wie „Hormonrezeptor-positiver“ oder „triple-negativer“ Brustkrebs und wie die Therapie optimal auf den Tumor abgestimmt werden kann.
Die Auswertung der Gewebeprobe aus der Biopsie ist ein wichtiger Indikator dafür, wie der metastasierte Krebs beschaffen ist. Steigern Hormone sein Wachstum? Oder zeigt er Bindungsstellen für bestimmte Wachstumsfaktoren? Die Antworten auf diese Fragen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Ihre Ärztin/Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Therapie für Sie finden kann: Je nachdem, welche Eigenschaften die Metastase hat, kommen unterschiedliche Therapieformen zum Einsatz.
Rezeptoren sind Bindungsstellen auf oder in Zellen, die Signale vermitteln. In der gesunden weiblichen Brust gibt es Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron. Bei Tumorzellen können die Hormone Östrogen oder Progesteron das Tumorwachstum fördern, indem sie an Rezeptoren in den Zellen binden und ein Wachstumssignal an den Zellkern weitergeben. Man untersucht das entnommene Gewebe deshalb darauf, ob die Zellen hormonabhängig wachsen und wie viel Progesteronrezeptor und Östrogenrezeptor in den Zellen nachweisbar ist. Reagieren die Tumorzellen auf die Hormone, dann spricht man auch von hormonabhängigem Brustkrebs. Sind Hormonrezeptoren im Gewebe nachweisbar, bezeichnet man den Tumor als „Hormonrezeptor-positiv“ oder auch als „HR-positiv“. Man unterscheidet auch zwischen „ER+“ (Östrogenrezeptor-positiv) oder „PgR+“ (Progesteronrezeptor-positiv). Diese Tumoren sprechen gut auf eine Antihormontherapietooltip an.
HER2 ist ein Rezeptor für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor 2. Jede Zelle besitzt das HER2-Gen und produziert deshalb auch den Rezeptor, doch die Anzahl an Rezeptoren kann sich stark unterscheiden. Im Normalzustand haben Zellen nur wenige dieser Rezeptoren auf ihrer Oberfläche. Liegt dieser Rezeptor in hoher Zahl auf den Tumorzellen vor, dann bezeichnet man den Tumor als „HER2-positiv“ oder „HER2+“. Hier kommen zielgerichtete Medikamente gegen den HER2-Rezeptor zum Einsatz.
Schematische Darstellung des Rezeptorstatus: Vergleich von HER2-positiven Krebszellen und normalen Zellen. Angepasst nach Patientinnenleitlinie „Metastasierter Brustkrebs“ 20181
Es gibt auch Tumore, die unabhängig von Hormonen wachsen, das Tumorwachstum wird dann nicht durch die Hormone Östrogen und Progesteron gefördert und die Zellen weisen außerdem nur wenige HER2-Rezeptoren auf. Wenn weder Östrogen- noch Progesteron- noch HER2-Rezeptoren auf den Tumorzellen nachweisbar sind, spricht man von einem triple-negativen Mammakarzinom bzw. dreifach-negativen Mammakarzinom oder in der Kurzform: TNBC. Auch Tumore mit einem HER2-low-Status werden zu den TNBC gezählt, wenn keine Hormonrezeptoren auf der Zelle vorhanden sind. Das bedeutet, dass HER2 auf den Oberflächen der Krebszellen nur in geringem Ausmaß nachgewiesen werden kann.
Beim TNBC können daher die gegen Hormon- bzw. HER2-Rezeptoren gerichteten Behandlungen nicht angewendet werden, sodass andere Ansatzpunkte für eine Therapie eingesetzt werden müssen. Eine Ausnahme bilden dabei Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die sich gegen HER2 richten und bei HER2-low Brustkrebs eingesetzt werden können. In den letzten Jahren wurden gerade für den TNBC neue und wirksame Behandlungsmethoden entwickelt.
TNBC-Tumore gelten als Hochrisikotumoren, die oft besonders schnell wachsen und/oder metastasieren, sowie nach der Erstbehandlung mit höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb der ersten 5 Jahre wiederkehren.3 Daher haben sie eine schlechtere Prognose als andere Brustkrebsarten. Bei 15 bis 20 % der Mammakarzinome handelt es sich um TNBC.3 Insbesondere jüngere Patient*innen sind häufiger von TNBC betroffen.3 Außerdem kann diese Form von Brustkrebs bei erblicher Belastung gehäuft auftreten.4 Gerade weil TNBC besonders aggressiv ist und schnell wächst, ist es so wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen und auch die Brust regelmäßig auf Knoten und andere Veränderungen abzutasten. Denn eine gewissenhafte Vorsorge bedeutet eine erhöhte Früherkennung, was wiederum zu einer besseren Prognose führen kann.
Tumormarker sind körpereigene Stoffe, die im Blut oder im Urin nachgewiesen werden können. Sind sie erhöht, kann das auf einen Tumor hindeuten. Allerdings gibt es auch andere Erkrankungen, u. a. Entzündungen, die zu einem Anstieg bestimmter Tumormarker führen. Aus diesem Grund wird die Bestimmung von Tumormarkern nicht zur Diagnosestellung, sondern zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs bzw. des Therapieansprechens genutzt.
Etwa jeder fünfte bis zehnte Brustkrebs ist erblich bedingt. Dabei spielen besonders zwei Gene eine wichtige Rolle: BRCA1tooltip und BRCA2tooltip. Diese Gene enthalten den Bauplan für Proteine, die Schäden in der DNAtooltip reparieren. Wenn eines oder beide dieser Gene verändert sind, haben die Betroffenen eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken.
Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang auch die Begriffe „Keimbahnmutation“ und „somatische Mutation“ gehört? Unter Keimbahnmutationen versteht man genetische Veränderungen in den Keimzellen, die im Zuge der Befruchtung von den Eltern vererbt werden. Demgegenüber stehen die somatischen Mutationen, die alle anderen Zelltypen des Körpers betreffen und entsprechend auch nicht vererbt werden können.
Wenn in Ihrer Familie bereits gehäuft Fälle von Brustkrebs aufgetreten sind und Sie daher den Verdacht haben, dass in Ihrer Familie eine erbliche Belastung vorliegt, dann lassen Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten: Es gibt die Möglichkeit, einen Gentest durchzuführen – ein aufklärendes Gespräch kann Sie auch bei der Entscheidung unterstützen, ob Sie diesen Test überhaupt durchführen lassen möchten und wie Sie dann mit dem Ergebnis umgehen.
Darstellung von erblich bedingtem Brustkrebs: Im Laufe ihres Lebens erkranken etwa 6 von 10 Frauen mit BRCA1/2-Mutation an Brustkrebs. Bei etwa 4 von 10 Frauen mit BRCA1/2-Mutation betrifft eine Brustkrebserkrankung beide Brüste. Angepasst nach Patientinnenleitlinie „Metastasierter Brustkrebs“ 20181
Wie hilfreich war der Beitrag?
Teilen Sie jetzt unsere Inhalte!
Therapie
Leben mit metastasiertem Brustkrebs
Abschied nehmen